
Einsatz der KI bei der Firma Kurz und die Zukunft von Industriekaufleuten im Zeitalter der KI
- Categories News 2025/2026
- Date 01.08.2026
Auch bei den Fürther Industriebetrieben ist das Implementieren von KI in die Prozesse in vollem Gange. Und in diesem Zusammenhang stellen wir an der LES fest, dass viele der Industriekaufleute mit folgenden Fragen beschäftigt sind:
- „Werde ich übernommen?“
- „Wie sehen meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus?“
- „Und was bedeutet es für meinen Beruf, wenn überall von KI die Rede ist und KI zunehmend eingesetzt wird?“
Nachdem die oben geschilderten Fragestellungen in der IK11A immer wieder Thema waren, hat eine Abzubildende von Kurz den Kontakt zu Herrn Frieser, der einer Stabsstelle bei Kurz angehört, die die Anwendung von KI im Unternehmen vorantreibt, hergestellt.
Am letzten Schultag kam Hr. Frieser zu einem Vortrag in die beiden 11. Klassen der Industriekaufleute. Die Präsentationsinhalte hatte er zusammen mit 3 Azubis der Fa. Kurz – Leni Jornitz, Koray Kurt und Caroline Wojtanowicz – ausgearbeitet.
Im Folgenden einige Auszüge aus dem Vortrag:
KI ist kein Thema mehr, das erst in ein paar Jahren wichtig wird. Sie ist heute schon Teil vieler Arbeitsprozesse – oft sogar, ohne dass man es direkt merkt. Gerade im kaufmännischen Bereich verändert sich im Moment sehr viel, weil viele Aufgaben digital, datenbasiert und damit grundsätzlich gut automatisierbar sind.
Das kann Industriekaufleute in Ausbildung natürlich erst einmal verunsichern. Manche fragen sich vielleicht: Wird mein Beruf in Zukunft überhaupt noch gebraucht?
Die Antwort darauf ist: Ja, der Beruf wird weiter gebraucht – aber er verändert sich. Und genau deshalb ist es wichtig, früh zu verstehen, was sich gerade verändert und wie man sich darauf vorbereiten kann.
Dann stellten die Kurz-Azubis 3 Praxisbeispiele vor, wo KI bei Kurz bereits Anwendung findet.
1) Ein Beispiel ist das Erfassen von Rechnungspositionen. Früher mussten Informationen aus Rechnungen oft manuell in Excel übertragen werden. Das ist aufwendig, fehleranfällig und kostet viel Zeit. Heute kann ein KI-Agent diese Daten automatisch auslesen und strukturiert übernehmen. Das spart nicht nur Zeit, sondern reduziert auch monotone Arbeitsschritte.
Die Aufgabe des Menschen verändert sich dadurch: Man tippt nicht mehr alles selbst ab, sondern prüft, ob die Daten richtig übernommen wurden und ob das Ergebnis vollständig und plausibel ist.
2) Ein zweites Beispiel ist die Auftragserfassung. Kunden schicken ihre Bestellungen oft per E-Mail oder in unterschiedlichen Dokumentenformaten. Früher mussten diese Informationen gelesen, geprüft, bei Unklarheiten nachgefragt und anschließend manuell in SAP eingetragen werden. Heute kann ein KI-Agent große Teile dieses Prozesses übernehmen. Er liest E-Mails und Dokumente aus, erkennt die relevanten Informationen, weist auf fehlende Angaben hin, klärt offene Punkte und überträgt die Daten in SAP. Der Mensch übernimmt dabei vor allem die Kontrolle: Er prüft, ob der Auftrag korrekt erfasst wurde, ob Rückfragen sinnvoll waren und ob der gesamte Prozess sauber gelaufen ist.
3) Ein drittes Beispiel ist die Recherche nach neuen Rohstoffen. Solche Recherchen sind oft sehr umfangreich, weil viele Quellen geprüft, Informationen verglichen und Ergebnisse zusammengefasst werden müssen. Ein KI-Agent kann diese Arbeit deutlich beschleunigen, indem er große Mengen an Informationen durchsucht, relevante Inhalte zusammenstellt und erste Auswertungen vorbereitet.
Die menschliche Aufgabe liegt dann nicht mehr im reinen Suchen, sondern vor allem darin, die Ergebnisse einzuordnen, kritisch zu bewerten und zu entscheiden, welche Informationen wirklich relevant und verlässlich sind.
Fazit der 3 Kurz-Azubis nach ihrer Vorstellung der 3 Praxisbeispiele für die Azubis der LES:
„Für Unternehmen ist attraktiv, wer mit solchen digitalen Prozessen umgehen kann und nicht nur manuell arbeitet, sondern Ergebnisse auch kontrollieren und verstehen kann.“
“In Zukunft wird es wichtiger, Prozesse zu verstehen und digitale Abläufe zu überwachen, statt jeden einzelnen Schritt selbst auszuführen.“
„Wer recherchierte Inhalte einordnen, vergleichen und gute Entscheidungen daraus ableiten kann, wird besonders wertvoll.“
Herr Frieser führte weiter aus:
- KI wird in den nächsten Jahren noch leistungsfähiger werden und in immer mehr Systeme eingebunden sein. Viele Anwendungen werden dann ganz selbstverständlich zum Arbeitsalltag gehören – ähnlich wie heute E-Mail, Excel oder SAP.
- Das bedeutet für Unternehmen, dass Prozesse weiter automatisiert werden, vor allem dort, wo Aufgaben wiederkehrend, standardisiert und datenbasiert sind. Gleichzeitig wird Geschwindigkeit immer wichtiger. Informationen sollen schneller verarbeitet, Abläufe effizienter gestaltet und Entscheidungen besser vorbereitet werden.
- Für den Beruf Industriekaufmann oder Industriekauffrau heißt das: Der Beruf bleibt bestehen, aber er verändert sich weiter. Klassische Routinetätigkeiten werden weniger wichtig. Dafür gewinnen andere Aufgaben an Bedeutung – zum Beispiel Ergebnisse kontrollieren, Abläufe koordinieren, Informationen bewerten und Prozesse aktiv mitgestalten.
- Darin liegt auch eine große Chance. Wenn weniger Zeit für monotone Aufgaben gebraucht wird, bleibt mehr Raum für Tätigkeiten, bei denen Menschen besonders wichtig sind: mitdenken, kommunizieren, Probleme lösen und Verantwortung übernehmen.
Herr Frieser ermutigte die Azubis sich am zukünftigen Einsatz der KI im eigenen Unternehmen zu beteiligen. Sich die Frage zu stellen: „Wie und wo kann ich KI morgen in meinem Betrieb einsetzen?“
Mitarbeiter sollten im Unternehmen zeigen, dass sie mitdenken. Sie sollten Prozesse dahingehend analysieren, wo geht Zeit verloren, wo sind Prozesse unnötig kompliziert und wo könnte KI sinnvoll helfen.
Fazit und Schlussgedanke von Hr. Frieser:
„Zukunft hängt nicht daran, ob es KI gibt, sondern daran, wie ihr, die Azubis, lernt, mit Veränderungen, digitalen Tools und Verantwortung umzugehen.“
Es war eine sehr gelungene Veranstaltung!
Wir danken der Fa. Kurz, Hr. Frieser, Leni Jornitz, Koray Kurt und Caroline Wojtanowicz für diesen wertvollen Input zu diesem wichtigen Thema!
Tag:AI, Industriekaufleute, KI
